Themenschwerpunkt: Kreislaufwirtschaft im Gebäudesektor
Stand: März 2026
Der Gebäudesektor ist einer der größten Ressourcenverbraucher und Abfallerzeuger in Deutschland. Gleichzeitig birgt der Gebäudebestand ein enormes Potenzial als Rohstofflager: Materialien können erhalten, wiederverwendet und in neue Nutzungskreisläufe überführt werden.
Die Kreislaufwirtschaft setzt genau hier an und verbindet Klimaschutz, Ressourcenschonung und wirtschaftliche Perspektiven. Entscheidend sind neue Planungsansätze, transparente Materialinformationen und geeignete Rahmenbedingungen für Rückbau und Wiederverwendung.
Der Themenschwerpunkt zeigt, wie zirkuläres Bauen im Bestand und Neubau umgesetzt werden kann und welche Rolle Politik, Planung und Praxis dabei spielen.
Baustoffe: Emissionsvergleich und Entwicklung der Abfallmengen
Besonders Kupfer, aber auch EPS-Dämmstoffe und Stahl produzieren viele CO2-Emissionen in der Herstellungsphase mit einem globalen Erwärmungspotenzial von 5 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Baustoff. Ein besonders klimafreundlicher Baustoff, der sogar ein negatives Erwärmungspotenzial von 1,47 kg CO2 pro Kilo hat, ist Holz.
Der Bausektor in Deutschland produziert nicht nur Emissionen, sondern auch viel Abfall, deutlich mehr als private Haushalte. Doch während es bei privaten Haushalten seit dem Jahr 2000 kaum Fortschritte bei der Müllreduktion ist dieser im Bausektor gesunken. Jedoch gab es besonders bis 2006 eine schnelle Verringerung des Bauabfalls, seit diesem Jahr stagniert die Bauabfallmenge weitgehend.
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Der Bericht zur Kreislauffähigkeit im Gebäudesektor zeigt Potenziale, Herausforderungen und politische Handlungsfelder. Er macht deutlich, wie durch Materialtransparenz, Planungsansätze und Marktanreize Ressourcen geschont und Emissionen reduziert werden können. Gleichzeitig werden Empfehlungen formuliert, um Kreislaufwirtschaft im Gebäudesektor zu verankern und wirtschaftliche Chancen zu erschließen.
Studien & Berichte
Kreislauffähigkeit des deutschen Gebäudesektors
Der Gebäudesektor birgt große Potenziale für Ressourcenschonung und Klimaschutz. Der Bericht zeigt, wie Kreislaufwirtschaft im Bauwesen Emissionen senken und neue Wertschöpfung ermöglichen kann.
Stand: März 2026
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Veranstaltung: Vorstellung des Berichts „Kreislauffähigkeit des Gebäudesektors“
Am 24.03.2026 stellten die Autorinnen und Autoren den Bericht „Kreislauffähigkeit des deutschen Gebäudesektors“ in einer Online-Veranstaltung vor und diskutierten zentrale Hebel für mehr Kreislauffähigkeit im Bauwesen.
Mit der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) schafft die Bundesregierung neue Rahmenbedingungen für den Bau- und Gebäudebereich. Für Fachleute bedeutet das: neue Anforderungen aber auch Chancen für eine ressourcenschonende Transformation.
Kreislauffähige Städte und Quartiere gestalten Gebäude und Infrastruktur so, dass Materialien lange hochwertig im Kreislauf verbleiben. Ziel ist eine Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, die Stärkung lokaler Wertschöpfung und eine erhöhte Klimaresilienz.
Mit der DIN SPEC 91484 und DIN SPEC 91525 stehen zwei standardisierte Verfahren zur Verfügung, die das Potenzial von Bauprodukten für die Wiederverwendung identifizieren und Schritte für die konkrete Anschlussnutzung definieren.
Klebstoffe und Beschichtungen sind oft unsichtbar, für die Bauwirtschaft aber unverzichtbar. Biobasierte Lösungen senken den ökologischen Fußabdruck und unterstützen eine kreislauforientierte Materialstrategie, bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit.
Zirkuläre Prinzipien sollten über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg strukturiert umsetzt werden. Mehrere Checklisten zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen bündeln prüfbare Anforderungen für Auftraggebende, Planende und Ausführende.
Zirkuläre Gebäudesanierung entsteht im Zusammenspiel von Technik, Finanzierung, Nutzung und digitalen Infrastrukturen. Innovative Geschäftsmodelle wie serielles Sanieren oder Product-as-a-Service helfen dabei, zirkuläres Sanieren strategisch zu denken.
Die Kreislaufwirtschaft in Deutschland und Europa wird durch verschiedene Gesetze und Verordnungen reguliert. Auf EU-Ebene bündelt der Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft wichtige Maßnahmen, national ist vor allem das Kreislaufwirtschaftsgesetz relevant.
Das Potenzial der Kreislaufwirtschaft für die Dekarbonisierung des Bausektors kann durch Umsetzung sowie Steigerung zirkulärer Geschäftsmodelle verbessert und durch Wachstum der Kreislaufwirtschaft können sektorale Klimaschutzziele erreicht werden.
Diverse Plattformen, Marktplätze und Organisationen haben sich auf Urban Mining spezialisiert. Sie bieten gebrauchte Bauteile und recycelte Baustoffe an, damit zirkuläre Planung und ein entsprechender Bau und Rückbau praktisch umgesetzt werden können.
Bauen als ob's ein Morgen gäbe - 10 Punkte für die Bauwende
In dieser Podcastfolge des DEN e.V. spricht Prof. Dipl.-Ing. Eike Roswag-Klinge (TU Berlin, Präsident Architektenkammer Berlin) über die Zukunft des Bauens – und warum wir dringend anders über Gebäude, Städte und unser Wohnen nachdenken müssen.
Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN)
Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN)
Das Deutsche Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN) ist ein Zusammenschluss von Ingenieuren, Architekten, Planungsbüros, Handwerksmeistern und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame…
Zirkuläres Bauen – Nachhaltigkeit durch Materialrückbau und Wiederverwertung
In dieser Podcastfolge liefert Dominik Campanella (Concular GmbH) Argumente für Rückbau sowie Wiederverwendung und gibt Hintergrundinfos zu aktuellen Regularien zur Wiederverwendung, teilt Praxisbeispiele und gibt Hinweise für Energieberatende.
Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN)
Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN)
Das Deutsche Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN) ist ein Zusammenschluss von Ingenieuren, Architekten, Planungsbüros, Handwerksmeistern und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame…
DGNB – Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V.
2015 hat das Paris-Abkommen eine Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 bis maximal 2 Grad Celsius beschlossen. Dessen konsequente Umsetzung würde bedeuten, dass wir bis zur Mitte dieses Jahrhunderts…
natureplus e.V. – Internationaler Verein für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen
Der natureplus e.V. fördert zukunftsfähiges Bauen und Wohnen. Er ist ein paritätisch-demokratisch organisierter Zusammenschluss von Bauprofis, Fachleuten und Organisationen der Zivilgesellschaft. Mit…
Neuer Bericht: Wie kreislauffähig ist der Gebäudesektor?
Beim Gebäudeabriss landen Bauteile und -stoffe häufig auf der Deponie – obwohl viele der Materialien erneut genutzt werden könnten. Wie kreislauffähig der Gebäudesektor heute tatsächlich ist und wo Verbesserungspotenziale liegen, zeigt ein neuer Bericht.
Checkliste für Auftraggebende – Die Weichenstellung für Zirkularität (Projektinitiation)
Die Checkliste hilft Auftraggebenden, Zirkularität als verbindliches Ziel zu setzen. Sie unterstützt bei der Definition von Pflichten, Honorierungsmodellen und der Einbindung von Fachplanung, damit Kreislauffähigkeit über alle Phasen Priorität behält.
Stand: März 2026
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Checklisten
Checkliste für Planende – Die Basis für zirkuläre Gebäude (Planungsphase)
Planende legen die Basis für zirkuläre Gebäude. Die Checkliste bietet Hilfestellung zu Design for Disassembly, BIM-Planung und Materialwahl, um Demontagefähigkeit und langfristige ökologische Rahmenbedingungen für das Projekt sicherzustellen.
Stand: März 2026
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Checklisten
Checkliste für Ausführende – Qualitätssicherung im Einbau (Bauphase)
Diese Checkliste sichert die Realisierung von Zirkularität vor Ort. Sie unterstützt Ausführende bei der präzisen Umsetzung der Planung, beim sortenreinen Abfallmanagement und der Dokumentation, um den Werterhalt der Materialien dauerhaft zu ermöglichen.
Stand: März 2026
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Studien & Berichte
Geschäftsmodelle für zirkuläres Bauen und Sanieren – Die Rolle innovativer Geschäftsmodelle in der Transformation des Bausektors
Die dena-Studie bietet einen fundierten Einblick in die zirkuläre Transformation des Bausektors und beleuchtet den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden sowie Geschäftsmodelle und Praktiken, die eine zirkuläre Zukunft in der Bauindustrie ermöglichen.
Stand: November 2023
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Tools
Toolbox
Gebäude-Klimarechner
Mit dem Tool können Immobilienbesitzende oder Projektverantwortliche mit wenigen Angaben die klimarelevanten Daten eines Gebäudes errechnen, dann verschiedene Umbau- oder Ersatzneubau-Szenarien wählen und die Gesamtwirkung der Entscheidungen vergleichen.
Toolbox
eLCA – Online-Ökobilanztool
Das Online-Tool eLCA des BBSR unterstützt bei der Lebenszyklusanalyse.
Toolbox
EcoTool
Das EcoTool ermöglicht bereits in der frühen Planungsphase die umfassende Ökobilanzierung eines Bauprojekts.
Ein 50 Jahre alter Plattenbau der Energieklasse D als Modellprojekt für eine klimaneutrale Zukunft? Ja, das geht! Im sachsen-anhaltinischen Aschersleben wurde ein entsprechendes Wohngebäude umfassend saniert. Es kommt nun vollständig ohne fossile Energieträger aus und setzt konsequent auf Low-Tech, Photovoltaik sowie kreislauffähige Baustoffe.
Kernergebnisse: 60 Prozent des benötigten Stroms werden vor Ort gewonnen, die Energieklasse verbesserte sich von D auf A+, der CO2-Ausstoß im Betrieb liegt heute bei null.
Ein unsanierter Plattenbau der 1970er Jahre wurde zum zukunftsweisenden Modell für energieautarke Sanierung mit Low-Tech-Heizsystem, CO₂-freiem Betrieb und kreislauffähiger Bauweise.
Kreislaufmaterialnutzungsrate der EU (Abbildung 1 im Bericht)
Ressourcennutzung von Gebäuden (Abbildung 2 im Bericht)
Recycling-Prozesskette: Normalbeton (Abbildung 6 im Bericht)
Stoffflussmodell Flachglas im Baugewerbe für 2016 (Abbildung 9 im Bericht)
Noch mehr Zahlen und Daten
Weitere interaktive Diagramme und Grafiken mit aktuellen Zahlen und Daten zum Gebäudebestand in Deutschland sowie zu Wärmeerzeugern und Photovoltaik, Baustoffen, Treibhausgasen, Energieverbräuchen sowie Baukosten und Förderung können dem Gebäudereport 2026 entnommen werden:
Gebäude werden zu aktiven Teilen des Energiesystems. Der Themenschwerpunkt zeigt, wie sie systemdienlich betrieben werden können, Netze entlasten und einen Beitrag zu Klima- und Energiezielen leisten – wirtschaftlich tragfähig und alltagstauglich.
In diesem Themenschwerpunkt liefert der neue dena-Gebäudereport 2026 in sechs Kapiteln eine Vielzahl an Diagrammen und Karten zum Stand der Energiewende im Gebäudebereich. Ergänzend werden in sieben Analysen spezifische Fragestellungen nochmals vertieft.
Gemeinschaftliche Versorgungskonzepte nutzen Synergien im Quartier, erschließen lokale Energiequellen und ermöglichen effiziente und erneuerbare Wärmeversorgung über einzelne Gebäude hinaus. Der Themenschwerpunkt gibt Orientierung für Planung und Praxis.
Mit dem Themenschwerpunkt „Gebäudehülle“ zeigt das Gebäudeforum klimaneutral, wie Dämmung, Luftdichtheit und Materialwahl zusammenwirken und welche Planungsprinzipien und Schnittstellen die Energieeffizienz und Langlebigkeit von Gebäuden sichern.
Mit dem neuen Themenschwerpunkt „Wirtschaftlichkeit“ zeigt das Gebäudeforum klimaneutral, welche Faktoren bei der Bewertung energetischer Maßnahmen eine Rolle spielen – und welche Instrumente Fachleute bei der Entscheidungsfindung unterstützen können.
Der Themenschwerpunkt „Klimaresilienz" des Gebäudeforums widmet sich klimaresilienten Gebäuden sowie Quartieren und beleuchtet technische, planerische und gestalterische Maßnahmen, den rechtlichen Rahmen sowie unterstützende Werkzeuge für die Praxis.
Der Themenschwerpunkt „Klimatisierung" des Gebäudeforums klimaneutral widmet sich der Kälte- und Klimatisierungstechnik. Je nach Gebäudetyp und Nutzung können passive und aktive Systeme zum Einsatz kommen.
Der Themenschwerpunkt „Lebenszyklus" des Gebäudeforums klimaneutral zeigt, wie LCA und Lebenszykluskostenrechnung (LCC) in der Praxis angewandt werden können – und welche Werkzeuge, Datenquellen und Rahmenbedingungen dabei eine Rolle spielen.
Der Themenschwerpunkt Photovoltaik des Gebäudeforums geht auf die Entwicklung der Photovoltaik in Deutschland ein, stellt Trends bei der bauwerksintegierten PV vor und beleuchtet die Aspekte Mieterstrom und Energy Sharing.
Der Themenschwerpunkt Effizienz bündelt und verknüpft Fachinformationen aus den Bereichen Gebäudetechnik und Gebäudehülle sowie erneuerbare Energien und Nutzerverhalten.